Zwei Welten

Während meine Tochter Ende des Jahres 2015 erste große Erfolge als Künstlerin feierte und von einer Gala zu nächsten eilte, beschäftigte ich mich intensiv mit dem Vortrag „Ohne (m)ich ist das Leben ganz einfach“ von Ayya Khema. Gegensätzlicher konnten die Welten in und um mich herum gerade nichts ein.

Tagebuch 21.12.2015:

„Gestern war die erste Gala in Istanbul und es war wunderschön und aufregend. Sie hat eine hervorragende Arbeit geleistet und sich zu einer echten Schauspielerin entwickelt. Ich wurde ständig gefragt, ob ich nicht furchtbar stolz auf sie wäre? Ich musste darüber nachdenken und kam zu dem Schluß, dass so etwas wie Stolz in mir nicht zu finden war. Ich freute mich einfach sehr für sie und nahm von ihrem Erfolg für mich selbst nichts in Anspruch. 

Vielmehr dachte ich darüber nach, dass es nun auch bei diesem Erfolg die andere Seite der Medaille geben wird. „Berühmt zu sein“ ist in meinen Augen kein Segen und ganz besonders nicht in diesen Zeiten der vielen sozialen Medien. 

Sie hat jetzt unheimlich viele Termine mit der Presse und es stehen weitere Auftritte in den großen Städten hier und im Ausland an. Außerdem laufen schon die nächsten Aufnahmen, für eine neue Serie.“ 

Ich beschäftigte mich Im Jahr 2015 schon zu lange mit Yoga und daher betrachtete ich diesen Trubel um ihre Person mit einer gewissen Distanz . Für mich war wichtig, dass meine Tochter trotz des Erfolges auf dem Teppich und emotional stabil blieb. Wenn sie mich um Rat fragte, sagte ich ihr immer wieder: meditiere, damit du bei dir und deinem Herzen bleibst. 

All das passierte kurz vor Weihnachten und wir verbrachten die Zeit zusammen in Istanbul. Während die Große draußen ihre Termine wahrnahm, bereiteten wir uns mit der Kleinen auf das Weihnachtsfest vor. Ich machte mir vor allen Dingen Gedanken über Geschenke, weil ich kein Geld hatte. Meine Kinder sollten daher nur Kleinigkeiten und jeweils das Buch von Paramahansa Yogananda (Autobiographie eines Yogi) bekommen. Ich selbst bekam es auch geschenkt und es hinterließ einen Samen in meinem Herzen. So konnte er 2012 bei mir den ersten spontanen Samadhi-Zustand auslösen. 

Obwohl es für uns alle eine sehr aufregende Zeit war, zog ich mich immer wieder zurück, sobald Ruhe in der Wohnung herrschte. Ich konzentrierte mich weiter auf die Vorträge von Ayya Khema.

Tagebuch 22.12.2015:

„Der Lebenslauf von Ayya Khema hat viele Parallelen zu meinem. Ich bin nur nicht so viel gereist wie sie. Sie ist erst mit 55 Jahren buddhistische Nonne geworden. Ich fühle mich von ihr angezogen und sehr inspiriert, auch wenn ich keine Buddhistin bin. Ihre Stärke ist es, Buddhas Lehren auf sehr einfache Art zu erklären und auch darzulegen, wie man diese Weisheit im Alltag direkt anwenden kann. 

Die Große ist heute in einer anderen Stadt auf einer weiteren Gala. Es ist nicht einfach, bei diesem Trubel hier bei meinem Weg zu bleiben. Für sie selbst wird es noch viel schwieriger sein und ich hoffe, sie hat die Kraft, diesen ganzen Zirkus zu durchschauen.“

Und während die Sinne meiner Tochter in dieser Zeit absolut auf das Äußere gerichtet waren, indem sie Applaus von fremden Menschen entgegennahm, sich in jeder Tageszeitung und in allen TV-Programmen sehen konnte, zog ich mich in meinen freien Stunden weiter zurück, um mehr über das Mystische Erleben und über die acht Vertiefungen der Meditation zu erfahren. 

Tagebuch 23.12.2015:

„Ayya Khema erzählt von Hildegard von Bingen (ich hatte schon viel von ihr gehört und auch Bücher über Heilkräuter von ihr). Sie war an erster Stelle Mystikerin und alles andere leitete sich von da ab. So sollten wir es auch tun. Mystiker leisten eine Menge, weil sie nichts leisten müssen und wollen!

Mystik bedeutet, sich auf dem Weg zu begeben, um in uns etwas zu finden, was Licht leuchtet, was Reinheit, Läuterung, Klarheit bedeutet. Es geht darum, das Universum und sich selbst zu verstehen. Makrokosmos ist gleich Mikrokosmos. 

Ich schaue unter das Video und sehe, dass dieser Beitrag von Ayya Khema auf YouTube 4.552 mal angeklickt wurde. Über 2 Millionen mal wurde schon in den ersten Tagen der Trailer für den Kinofilm mit meiner Tochter angeschaut. Was wäre, wenn zwei Millionen Menschen sich Ayya Khema anhören würden?“

Vielleicht denkt der eine oder andere hier, ich würde meiner Tochter den Erfolg nicht gönnen. Das stimmt sicher nicht. Aber ich weiß, das Erfolg kein Garant dafür ist, dass man glücklich wird. Oft führt das sogar zum Gegenteil. Darüber brauche ich hier sicher nichts zu schreiben, denn dafür gibt es genug Beispiele. 

Es kommt auf die innere Reife an und das konnte ich in den letzten Jahren an meine Kinder weitergeben und darüber freue ich mich wirklich. Wenn ich heute 2022 auf meine Große schaue, dann sehe ich sie strahlen. Es gibt so viel mehr Nähe zwischen uns und ich weiß, dass sie sich nicht blenden lassen wird von Erfolg und Ruhm. Sie wird ihren eigenen Weg gehen. Spüre ich hier beim Schreiben einen gewissen Stolz in mir aufsteigen? 

Tagebuch 23.12.2015:

„Die 8 Vertiefungen der Meditation nach Buddha:

Die ersten vier sind feinkörperliche Vertiefungen

  1. Wohlbefinden, Freude, zu Hause in uns sein.
  2. Freude rückt jetzt in den Vordergrund und wird zum Meditationsobjekt. Wir wissen, dass wir Freude in ins tragen. 
  3. Dies führt zu tiefer Zufriedenheit, da Freude ohne Sinneskontakte, nur aus uns heraus möglich ist. Innere Kraft des Vertrauen entsteht. Die Konzentration wächst und das Glück tritt nach außen. 
  4. Frieden steigt auf. Der Geist kann dort versinken, wenn genügend Hingabe und Vertrauen da ist. Man fühlt sich körperlich und geistig erfrischt. 

Die nächsten vier Vertiefungen sind formlos/unkörperlich

  1. körperliche Grenzen lösen sich auf. Das Erleben erstreckt sich auf das Unendliche. Eigene            Separieren wird als Falsch begriffen.
  2. Bewusstseinsunendlichkeit: neben dem Erleben kommt das gefühlsmäßige Erfassen hinzu. Nur ein unendliches Bewusstsein kann die Unendlichkeit des Raumes erfassen. 
  3. Leere-Energie: Die Leere wird als Schwingung wahrgenommen, aus der wir und alles andere besteht. Alles ist schwingende Energie. Gleichmut entsteht, wenn dies erkannt wird. Nichts festhalten wollen, auch wenn es schön ist.  Nichts loswerden wollen, auch wenn es unangenehm ist. In dieser Leere wird die Fülle all dessen erkannt, was auftaucht und es entsteht der Wunsch, in diese vollkommene Freiheit tauchen zu wollen.
  4. Stille: Weder Wahrnehmung noch Nicht-Wahrnehmung existiert. Es gibt nur vollkommene Ruhe. Wer sie erlebt, weiß was wirklicher Frieden und Freiheit im Nichtsein ist. 

Und letztendlich tritt dann an 9. Stelle die Befreiung-Erleuchtung, das Einssein mit dem Urgrund allen Seins ein.“

Mit Yoga arbeitete ich Ende 2015 nun schon seit 5 Jahren an diesen ersten vier Vertiefungen. Ich war damals soweit zu erkennen, dass Freude nur in mir selbst existiert und völlig unabhängig von äußeren Umständen sein konnte. Dafür ging ich aber jeden Tag auf die Matte, meditierte und machte Yoga. Fünf harte Jahre, um Ängste und die sinnlose Suche nach irgendeiner Sicherheit im Leben hinter mir zu lassen. Sobald ich auf der Matte saß, war nun Vertrauen und Hingabe an das was gerade ist da. 

Das dauerte so lange, weil es vorher fast 50 Jahre gab, in denen wir lernten, dass es Glück und Zufriedenheit nur da Draußen oder bei und mit anderen Menschen gibt. In der Partnerschaft. Im Job. Im Aussehen…

Alles völliger Blödsinn. Nichts davon macht auf Dauer glücklich oder zufrieden. Nichts davon befreit uns von Ängsten. Nichts davon gibt uns irgendwelche Garantien oder Sicherheiten. 

Und wenn meine Kinder nur bis zur vierten Vertiefung kommen sollten, dann bin ich schon sehr froh, denn dann sind sie frei und unabhängig von dem, was andere Menschen denken, sagen oder tun. Sie ruhen in sich selbst. 

Die nächsten vier Stufen können womöglich nur eintreten, wenn sie, wie ihre Mutter, zu einer  Suchenden werden. Vielleicht passiert das aber auch automatisch, wenn man bis zur vierten Stufe gelangt ist? Ich weiß es nicht.

Ich suchte und ich fand. Ich konnte keine schönere Reise, als die nach Innen machen. Oft geschah es, dass sich die Grenzen meines Körpers auflösten und ich mit der Unendlichkeit verschmelzen durfte. Ich war weg, aufgelöst und Teil dieser Weite. Die ganze Weite selbst. 

Alles was Ayya Khemas in ihren Vorträgen so klar und liebevoll darlegte, hat sich für mich bewahrheitet. Es gibt tatsächlich nichts Schöneres, als ohne (s)ich zu sein.

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, Monika


4 Gedanken zu “Zwei Welten

  1. Ein wunderbarer Beitrag über die Bedeutung von Erfolg und was im Leben wichtig ist. Wie du bereits schriebst, Erfolg ist kein Garant dafür glücklich zu werden. Meine eigene Mutter hat mich noch nie dazu angehalten Leistung und Erfolg zu bringen. Ihr sind die humanistischen Werte und wie ich mit anderen Menschen umgehe viel wichtiger. Danke das ich deine Reise nach Innen durch diesen Artikel mitreisen und neues erfahren durfte liebe Monika. Hab auch du ein schönes Wochenende mit deinen lieben. steph

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  2. hi ,Monika ,how is she ?she has a very talented very beautiful daughter she is a great actress lt s been two years since l saw her for the first Time on televisión in argentina AND when l saw her l was fascinated by her way of being how l work as an actress she is a very little person sweet her little face l love her so much l never get tired of seeing all her series l love her l adoré her she is incredible l thank god for seeing her known she is very talented in everything that ISO hopefully one day l Will see her again as an actress she misses her very much she is the best actress l know in my life l don t know if l told her that l Made a cake with her photo for my birthday l love her with all my heart imaginé meeting a Princess as pretty as her you aré Also very beautiful AND a very good person AND very talented a fighter for life that s why you have a great daughter she turned out like her mother l send you a huge kiss l love you both very much thank you for being so b you two aré with me 😘😘😘😘😍💋

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