Dieser Blog ist für …

… Menschen, die mit Panikattacken und Flugangst zu kämpfen haben und sich darüber austauschen möchten. Insbesondere soll der Blog auch den Lesern meines Buches „Frei von Panikattacken und Flugangst“ für weitere Fragen zur Verfügung stehen.

Das Buch ist bei Amazon erschienen. Damit ihr einen Eindruck vom Inhalt des Buches bekommt und entscheiden könnt, ob es Euch anspricht, veröffentliche ich hier das 1. Kapitel, welches das Ziel des Buches beinhaltet.

„Dieses Buch ist für Menschen, die ihre irrationalen Ängste besser verstehen möchten und einen Weg aus der Angstspirale suchen. Mit viel Liebe und Verständnis schreibe ich, was ich selbst gerne gelesen hätte, als es mir nach den jahrelangen Panikattacken und ständigen Migräneanfällen so schlecht ging, dass ich kaum noch Hoffnung hatte, jemals ein normales Leben führen zu können.

Es hat fast 30 Jahre gedauert, bis ich mit Hilfe des Yoga dieser Hölle entkommen und meine Erfahrungen teilen konnte. Die Motivation, dies alles auch schriftlich niederzulegen, kam vor allen Dingen von meinen Yoga-Schülern. Zwar konnte ich als Yogalehrerin die Erfahrung machen, dass man mit Yogaunterricht oder Seminaren einiges bewegen kann, aber da wir es hier mit Ängsten zu tun haben, schien mir das nicht die einzige und beste Lösung zu sein. Oft stand ich vor dem Phänomen, dass sich recht viele mutig und entschlossen anmeldeten, aber am Ende doch die Panik Oberhand bekam und sie daher den Veranstaltungen fern blieben, mit den guten Vorsätzen, beim nächsten Mal bestimmt dabei sein zu wollen.

Deshalb möchte ich auf diesem Wege so viele Menschen mit irrationalen Ängsten wie möglich erreichen und zeigen, wie man auf ganz natürliche Art und Weise aus der Angstspirale heraustreten kann: Entweder Schritt für Schritt mit wachsendem Bewusstsein oder sofort mit einem mutigen Sprung direkt hinein in die Angst. Dieses Buch kann der entscheidende Anstoß sein, die Enge der Komfortzone für einen neuen Anfang zu verlassen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich weder Psychologin noch Ärztin bin. Ich habe auch noch nie gehört, dass irgendjemand die Panikattacken losgeworden ist, nachdem er sich in professionelle ärztliche Behandlung begab. Aber ich möchte das nicht ausschließen. Vielleicht und hoffentlich gibt es Beispiele, und ich habe nur noch niemanden getroffen.

Nach meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen in meinem Umfeld verschreiben Ärzte Medikamente wie Antidepressiva, damit die Angst unterdrückt wird und der Betroffene weiterhin im Alltag „funktionieren” kann. Hinzu kommen oft Besuche bei Psychologen, die sich über lange Zeiträume erstrecken, aber nur sehr begrenzt helfen.

Bei meiner Tätigkeit als Yogalehrerin traf ich immer mehr Menschen jeder Alters- und Berufsgruppe mit Panikattacken. Alle nahmen Medikamente. Selbst die Ärzte. Und wenn der Arzt sie selber nimmt, was soll er dann den Patienten anderes raten?

Zudem schreibe ich hier nichts Neues. Ich schreibe im Grunde nur über Yoga und meine Erfahrungen, die ich hinsichtlich meiner Ängste gemacht habe. Yoga verändert und hilft immer da, wo wir unsere physischen oder psychischen Probleme oder Defizite haben. Bei mir waren es die Ängste. Neu ist hier also nur der Ansatz, Yoga direkt zur Beseitigung von Ängsten anzuwenden.

Ich bin leider die einzige Person, die ich kenne, die die Panikattacken und die Flugangst ohne Arzt, Medikamente und therapeutische Sitzungen überwunden hat. Deshalb habe ich diesen Weg hier für euch aufgeschrieben. Vielleicht könnt ihr ihn auch gehen und frei von Ängsten werden.

Zum besseren Verständnis und weil viele von uns das gar nicht wissen, werde ich in den folgenden Kapiteln erklären, welche Symptome die Angst im Körper auslöst und was im Gehirn passiert.

Wir werden dann lernen, mit Hilfe von Atemübungen und Meditation zu beobachten, wie der sich stets wiederholende Mechanismus der Angst in Körper und Gehirn funktioniert, und auf diese Weise werden wir eine Distanz zur Angst erhalten. Wir werden sozusagen der Beobachter der Angst und übernehmen scheinbar wieder die Kontrolle über unseren Körper. Scheinbar, weil wir tatsächlich über gar nichts im Leben die Kontrolle haben. Aber dazu später mehr.

Meiner Meinung nach spielt es keine große Rolle, was irgendwann die Angstattacken bei uns auslöste. Viel wichtiger als die Ursache zu erkennen scheint mir, dass es ein irgendwann erlernter sich immer wiederholender Vorgang ist, den es zu verstehen und zu durchschauen gilt. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns also nicht mit der Vergangenheit. Ganz im Gegenteil. Ich möchte euch ganz und gar für das Hier und Jetzt gewinnen.

Ich selbst habe erst vor kurzem verstanden, woher meine eigenen Ängste kamen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon länger ziemlich angstfrei, und das Warum hat bei der Überwindung der Angst nie eine Rolle gespielt. Allerdings steht es euch frei, jederzeit Ursachenforschung mit einem Psychologen zu betreiben.

Sind wir in der Lage, den sich immer wiederholenden mechanischen Ablauf der Angst zu beobachten, können wir sie durchleuchten und schauen, was sie uns sagen will. Denn die gute Nachricht ist, die Angst ist unser Freund, vielleicht sogar ein Geschenk. Sie möchte uns etwas mitteilen und wir sollten lernen, ihr zuzuhören. Sie ist unser persönliches Alarmsystem. Deshalb können wir froh sein, dass wir diese natürlichen Signale haben. Das Schlimmste, was wir machen können ist, diese Alarmglocken mit Tabletten, Alkohol oder sonstigen Drogen zum Schweigen zu bringen. Damit ignorieren wir unsere eigene Natur, funktionieren weiter wie bisher, obwohl irgendetwas nicht in Ordnung ist, und wohin bitte soll das führen?

Wir lernen, in unseren Körper und Geist zu lauschen und nehmen sozusagen Kontakt mit uns auf. Dabei wird uns die Angst führen und dafür sorgen, dass wir unsere innere Balance und somit wieder Vertrauen in uns und unser Leben finden. So können wir endlich wieder Verantwortung für uns übernehmen und Änderungen zulassen, damit wir im Fluss mit dem Leben sind. Gibt es wieder Vertrauen in unserem Leben, brauchen wir die Angst nicht mehr. Sie wird sich ganz leise und von selbst davonmachen. Sollte sie doch noch ab und zu auftauchen, so bleiben wir stets der Beobachter und haben Werkzeuge wie die Atmung und Meditation, um sie schon ganz am Anfang wieder aufzulösen. Wir werden mit jedem Mal zufriedener und freier, wenn wir der Angst ohne Angst begegnen können.

Das Buch ist nicht nur für Menschen, die Angstzustände haben, sondern auch für diejenigen gedacht, deren Familienmitglieder oder sonstige nahestehende Personen damit zu kämpfen haben. Es ist nicht selten der Fall, dass wir Betroffenen selbst große Angst vor der Auseinandersetzung mit der Angst haben. Instinktiv und daher ganz normal ist die Reaktion, dass man erst einmal vor der eigenen Angst flüchtet. Ein klärendes Gespräch, ein Besuch beim Arzt oder ein Buch zu diesem Thema sind daher oft tabu. Ihr solltet euch deshalb auch nicht darüber wundern, wenn die Reaktionen so heftig ausfallen, als würde man uns statt der Lektüre die Pest andrehen.

Möglich ist auch, dass diese irrationalen Ängste so sehr verdrängt werden, dass wir selber glauben, keine Probleme zu haben und alles auf die anderen und/oder die Umstände schieben. Für uns ist das Leben mit der Angst schon so normal geworden, dass wir den Blick für die Realität völlig aus den Augen verloren haben. Wir haben unser Leben so eingerichtet, dass wir immer und überall die Flucht ergreifen können, wenn es nötig ist, ohne wahrzunehmen, dass wir eigentlich vor dem Leben davonlaufen.

Den größten Fehler, den man hier als liebender Partner oder Familienmitglied machen kann ist, diese Abkapselung zu akzeptieren. Denn wir, die zur Angst neigen, schaffen uns eine Komfortzone, in die wir uns verkriechen, um uns dort zu verschanzen. Alle anderen hindern wir ebenfalls daran, diese zu verlassen und engen daher nicht nur uns, sondern auch all die Menschen ein, die wir lieben. Auch die gilt es zu kontrollieren und zu  beschützen.

Deshalb kann zu viel Verständnis und ein ständiges Nachgeben dazu führen, dass der Angst immer mehr Raum gegeben wird und somit erst recht kein Grund mehr besteht, aus der Angstspirale auszutreten.

Dieses Buch kann helfen, Menschen mit Ängsten besser zu verstehen und sie eventuell bei ihrer Suche auf dem Weg aus der Angst zu unterstützen.

Wichtig ist jedoch auch zu wissen, dass man niemanden dazu zwingen kann, sich mit der Angst auseinanderzusetzen. Es ist wie mit der Drogen- oder Alkoholsucht. Die betroffene Person muss es selber wollen, sonst wird sie alles daran setzen, dieses Problem von sich zu weisen. Sie muss die Nase von der Angst so voll und den ehrlichen Wunsch und Willen haben, dieses eingeschränkte, ohne wirkliche Freude, Gelassenheit und Leichtigkeit geführte Gefängnis-Leben hinter sich zu lassen.“

Ich freue mich schon sehr auf den Austausch mit euch und ich bin sehr davon überzeugt, dass jeder, der es wirklich will, aus dieser Angstspirale austreten kann.

Mit herzlichen Grüssen, Monika